Werdegang Posaunenchor


„Mit Hilfe der göttlichen Tonkunst
lässt sich mehr ausdrücken und ausrichten
als mit Worten.“

Carl Maria von Weber



„… Dominus Benedicat!“ (der Herr sei gepriesen) berichtet dankbar der Chronist der Kirchgemeinde Hüttenrode am 14. August 1931. „Wir haben unseren Posaunenchor gegründet, mit 11 Mitgliedern und die Instrumente haben wir alt gekauft!“ Am Erntedankfest lässt der Posaunenchor zum ersten Mal seine Lieder ertönen. Sind die äußeren Bedingungen für die Entwicklung des Posaunenchores auch nicht besonders günstig, so ist doch ein starker Wille vorhanden, so bald und so gut wie möglich zu Ehren Gottes zu musizieren. Zum Gelingen der 800-Jahr-Feier im August 1933 tragen die Bläser wesentlich bei. Durch das Totalitätsstreben der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei sowie 1000 Reichsmark vom Bergwerk wird aus dem Posaunenchor eine Bergmannskapelle, die sich fortan ausschließlich weltlicher Musik zuwandte. 1952 wird der Chor neu eingerichtet, besteht aber nur bis 1955. Neues Bläserleben beginnt 1967, als der junge Theologe Hansgeorg Marschke nach Hüttenrode kommt. Seine Begeisterung für die Musik springt sofort auf die Dorfjugend über. Ein vollkommen neuer Posaunenchor wird gegründet und zu Ostern 1969 wird das erste Mal vom Kirchturm geblasen. Bis auf den jungen Pfarrer sind alle Chormitglieder noch Schüler, die es nicht leicht haben, den Posaunenchor im gesellschaftlichen Leben Hüttenrodes zu etablieren. Das Schalmeienorchester der Schule spielt Kampf- und Arbeiterlieder, die bei den SED-Oberen ganz offensichtlich besser ankommen. Der Posaunenchor ist trotzdem und vielleicht grade deshalb sehr gefragt. Es folgen Einsätze in Hüttenrode und den umliegenden Gemeinden zu Ehren Gottes und zur Freude der Zuhörer. Als Probenraum dient, der guten Akustik wegen, die alte Kirche, die aber leider 1973 in Folge eines Blitzschlages ausbrannte. Durch kontinuierliche Arbeit und durch das unentwegte Engagement der Akteure ist der Posaunenchor, zwar mit wechselnder Besetzung und oft kleiner Mitgliederzahl bis heute blasfähig geblieben und ist aus dem kulturellen Spektrum des kleinen Harzortes nicht mehr wegzudenken. Schon immer zeigte der Chor auch Interesse an anderen Musikrichtungen und probierte diese auch aus. So entstand ganz nebenbei „Die kleine Blechmusike“, eine Blaskapelle in der Tradition böhmischer und harzer Volksmusik.


Besetzung Von links nach rechts:

HARRY OSSOBA Tuba / Leitung
ANNEGRET ROCKSTEDT Trompete
STEFFEN OSSOBA Baritonhorn / Trompete
JULIANE ROCKSTEDT Trompete
RONALD ROCKSTEDT Posaune / Tenorhorn
KLAUS-DIETER BINDER Trompete

www.diekleineblechmusike.de